Fahrtkostenrechner

Ladekosten fürs E-Auto berechnen

Beim Elektroauto hängen die Kosten einer Fahrt stärker vom Ladeort ab als vom Auto selbst. Dieselbe Strecke kostet mit Strom aus der Garage oft nur halb so viel wie am Schnelllader an der Autobahn. Die Rechnung folgt demselben Prinzip wie beim Verbrenner, nur mit Kilowattstunden statt Litern und mit einem Aufschlag für Ladeverluste.

Ladekosten = km ÷ 100 × kWh/100 km × (1 + Ladeverlust) × Preis pro kWh

Verbrauch in kWh/100 km

Der Bordcomputer zeigt den Verbrauch ab Batterie, also ohne die Energie, die beim Laden verloren geht. Diesen Wert setzt du in die Formel ein und rechnest die Verluste separat dazu. Der WLTP-Wert im Datenblatt ist dagegen ab Steckdose gemessen und enthält die Ladeverluste bereits, liegt aber trotzdem meist unter dem Alltagsverbrauch, besonders auf der Autobahn und im Winter.

FahrzeugklasseSommer, gemischtAutobahn 130 km/hWinter, gemischt
Kleinwagen13–1518–2017–20
Kompaktklasse15–1719–2219–23
Mittelklasse, Limousine14–1718–2118–22
SUV18–2123–2723–28
Transporter22–2630–3628–34
Richtwerte in kWh/100 km ab Batterie, ohne Ladeverluste

Anders als beim Verbrenner verbraucht ein E-Auto in der Stadt weniger als auf der Autobahn. Es gewinnt beim Bremsen Energie zurück (Rekuperation) und verbraucht im Stand fast nichts. Bei hohem Tempo zählt dagegen vor allem der Luftwiderstand: Eine flache Limousine fährt bei 130 km/h oft mit 4 bis 6 kWh/100 km weniger als ein SUV mit gleicher Batterie. Im Winter senkt das Vorklimatisieren am Ladekabel den Verbrauch unterwegs, weil die Heizenergie aus dem Netz kommt statt aus der Batterie.

Was eine volle Ladung kostet

Wer nicht nach Kilometern, sondern nach Ladevorgang rechnen will, braucht die nutzbare Batteriekapazität und den Ladestand vor und nach dem Laden. Die Bruttokapazität im Prospekt ist meist 5 bis 10 Prozent größer, weil ein Puffer zum Schutz der Zellen gesperrt bleibt. Für die Kosten zählt die Netto-Angabe.

Kosten je Ladung = nutzbare kWh × (Ziel-% − Start-%) × (1 + Ladeverlust) × Preis pro kWh

Beispiel: Ein Auto mit 64 kWh netto lädt an der Wallbox von 20 auf 80 Prozent. Das sind 38,4 kWh in der Batterie, mit 10 Prozent Verlust 42,2 kWh am Zähler. Bei 0,37 €/kWh kostet die Ladung 15,63 €. Die Ladezeit ergibt sich aus Energie geteilt durch Ladeleistung: 42,2 kWh ÷ 11 kW sind knapp 4 Stunden.

Kilowatt (kW) und Kilowattstunde (kWh) werden oft verwechselt. kW ist die Leistung, also wie schnell geladen wird. kWh ist die Energiemenge, also was du bezahlst. Eine 11-kW-Wallbox liefert in einer Stunde höchstens 11 kWh.

Ladeverluste einrechnen

Zwischen Stromzähler und Batterie geht Energie als Wärme verloren: im Ladekabel, im Bordladegerät, das Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt, und in der Batterie selbst. Dazu kommt Strom für Kühlung oder Heizung der Batterie während des Ladens. Bezahlt wird die Energie am Zähler, also inklusive aller Verluste.

Die Verluste sind bei kleiner Ladeleistung am höchsten, weil die Bordelektronik über viele Stunden mitläuft. An der Haushaltssteckdose gehen oft 15 bis 25 Prozent verloren, an einer 11-kW-Wallbox 8 bis 12 Prozent. Beim Schnellladen mit Gleichstrom entfällt das Bordladegerät, der Verlust sinkt auf etwa 5 Prozent. An öffentlichen Säulen misst ein eichrechtskonformer Zähler in der Säule, du zahlst also die Verluste im Auto, nicht die in der Säule.

Den eigenen Ladeverlust ermittelst du mit einem Zwischenzähler oder der App der Wallbox: geladene kWh laut Zähler geteilt durch die kWh, die das Auto als nachgeladen anzeigt.

Schuko 2,3 kW
15–25 % Verlust
Wallbox 11 kW AC
8–12 % Verlust
Öffentliche AC-Säule
8–12 % Verlust
Schnelllader DC
etwa 5 % Verlust
Winter, kalte Batterie
zusätzlich 3–10 % für Heizung

Haushaltsstrom und Wallbox

Zu Hause zahlst du deinen Stromtarif. Der Durchschnittspreis für Haushaltsstrom liegt in Deutschland 2026 bei grob 35 bis 40 Cent pro kWh. Der Tarif ist der wichtigste Hebel für günstiges Fahren: Ein Wechsel von 40 auf 30 Cent spart bei 15.000 km und 18 kWh/100 km rund 300 € im Jahr.

Haushaltssteckdose

2,3 kW10 A

Eine 60-kWh-Batterie braucht über 26 Stunden. Die Leitung ist für Dauerlast oft nicht ausgelegt, eine Elektrofachkraft sollte sie prüfen.

Wallbox 11 kW

meldepflichtig

Beim Netzbetreiber anzumelden. Eine leere 60-kWh-Batterie ist in etwa 6 Stunden voll. Gerät und Installation kosten meist 1.000 bis 2.500 €.

Wallbox 22 kW

genehmigungspflichtig

Nur sinnvoll, wenn das Bordladegerät 22 kW annimmt. Viele Autos laden mit Wechselstrom höchstens 11 kW.

Eine Wallbox gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf die Leistung bei Netzengpässen auf mindestens 4,2 kW drosseln, im Gegenzug sinken die Netzentgelte. Du wählst zwischen einem pauschalen Rabatt auf die Netzentgelte (Modul 1), einem um 60 Prozent reduzierten Netzentgelt-Arbeitspreis über einen separaten Zähler (Modul 2) und, mit Smart Meter, zeitvariablen Netzentgelten (Modul 3).

Eigener Solarstrom
Kosten entsprechen der entgangenen Einspeisevergütung, bei neuen Anlagen rund 8 Cent pro kWh
Dynamischer Stromtarif
Preis folgt der Strombörse stündlich, nachts und bei viel Wind oft unter 25 Cent, Smart Meter nötig
Laden beim Arbeitgeber
kostenloses Laden im Betrieb ist für Arbeitnehmer nach § 3 Nr. 46 EStG steuerfrei

Öffentliche AC-Säule und Schnelllader

Unterwegs zahlst du deutlich mehr als zu Hause, weil Betreiber Netzanschluss, Hardware, Wartung und Standortmiete umlegen. Schnelllader mit Gleichstrom sind am teuersten, dafür lädst du dort in 20 bis 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Ab etwa 80 Prozent drosselt fast jedes Auto die Ladeleistung stark, um die Zellen zu schonen. Weiterladen kostet dann viel Zeit bei unverändertem Preis pro kWh, deshalb lohnen auf Langstrecke mehrere kurze Stopps mehr als wenige lange.

LadeartLeistungPreis pro kWh, ad hocBlockiergebühr
AC-Säule in der Stadt11–22 kW0,45–0,65 €oft nach 3–4 Stunden
DC-Säule am Supermarkt50–150 kW0,50–0,70 €oft nach 45–60 Minuten
HPC an der Autobahn150–400 kW0,55–0,85 €oft nach 45–60 Minuten
Kostenlos beim Händler oder Hotelmeist 11 kW0 €Parkzeit begrenzt
Marktübliche Spannen 2026, der genaue Preis steht an der Säule oder in der App

Die Blockiergebühr läuft pro Minute weiter, auch wenn das Auto längst voll ist, oft 10 Cent pro Minute bis zu einer Obergrenze von 12 bis 15 €. An AC-Säulen über Nacht kann sie die eigentlichen Stromkosten übersteigen. Prüfe vor dem Anstecken, ab wann sie fällig wird.

Die abgerechneten kWh kannst du nachprüfen: Eichrechtskonforme Säulen liefern einen signierten Datensatz, den du mit der Transparenzsoftware der S.A.F.E. e. V. kontrollieren kannst. Weicht die Rechnung von der Anzeige im Auto um mehr als die üblichen Ladeverluste ab, lohnt eine Reklamation beim Ladekartenanbieter.

Ad-hoc-Laden oder Ladekarte

Seit April 2024 müssen neu gebaute öffentliche Ladepunkte ab 50 kW nach der EU-Verordnung AFIR eine Kartenzahlung ohne Vertrag anbieten, ab 2025 gilt das schrittweise auch für bestehende Schnelllader. Der Preis pro kWh muss vor dem Laden sichtbar sein. Spontanes Laden ist damit überall möglich, aber nicht immer günstig. Ladekarten und Apps rechnen mit eigenen Tarifen ab, die sich je nach Anbieter und Säulenbetreiber stark unterscheiden.

Ad hoc mit Bank- oder Kreditkarte
kein Vertrag, Preis an der Säule, meist der höchste Tarif des Betreibers
Ladekarte ohne Grundgebühr
einheitlicher Preis im eigenen Netz, im Fremdnetz (Roaming) oft teurer als ad hoc
Ladetarif mit Grundgebühr
5 bis 15 € im Monat, dafür 15 bis 25 Cent weniger pro kWh im Netz des Anbieters
Herstellertarif
oft im ersten Jahr vergünstigt, danach regulären Preis prüfen

Ob sich eine Grundgebühr lohnt, rechnest du aus: Grundgebühr geteilt durch die Ersparnis pro kWh ergibt die Menge, ab der der Tarif günstiger ist. Bei 12 € Grundgebühr und 0,20 € Ersparnis pro kWh sind das 60 kWh im Monat, also etwa 300 bis 400 km mit Strom von unterwegs. Viele Tarife lassen sich monatlich kündigen. Für den Urlaubsmonat buchst du den Abo-Tarif dazu und kündigst danach.

Beispiel: 600 km Urlaubsfahrt

Ein Kompakt-SUV mit 64 kWh nutzbarer Batterie startet zu Hause mit 100 Prozent und braucht auf der Autobahn 20 kWh/100 km. Für 600 km sind das 120 kWh in der Batterie. Die erste Ladung kommt von der Wallbox, der Rest von Schnellladern an der Strecke. Ankunft mit 10 Prozent Restladung.

AbschnittRechnungKosten
Akku von zu Hause57,6 kWh × 1,10 × 0,37 €23,44 €
Zwei HPC-Stopps62,4 kWh × 1,05 × 0,69 €45,21 €
Summe E-Auto11,44 € pro 100 km68,65 €
Vergleich Benziner600 km × 7 l ÷ 100 × 1,75 €73,50 €

Auf der Langstrecke schrumpft der Kostenvorteil, weil der Großteil der Energie zum teuren Schnellladetarif fließt. Mit einem Abo-Tarif für 0,49 €/kWh sinkt der HPC-Anteil auf 32,10 €, die ganze Fahrt kostet dann 55,54 €. Die Ladestopps verlängern die Reise um etwa 40 bis 60 Minuten.

Kosten pro 100 km gegenüber Benziner

Für den Vergleich gilt ein Verbrauch von 18 kWh/100 km gegen einen Benziner mit 7 l/100 km bei 1,75 €/l und einen Diesel mit 5,5 l/100 km bei 1,65 €/l. Die Ladeverluste sind jeweils nach Ladeart eingerechnet. Zu Hause geladen fährt das E-Auto deutlich günstiger, am Schnelllader liegt es etwa gleichauf mit dem Benziner und über dem Diesel.

VarianteRechnungpro 100 km15.000 km im Jahr
Solarstrom, 0,08 €/kWh18 × 1,10 × 0,081,58 €237 €
Wallbox, 0,37 €/kWh18 × 1,10 × 0,377,33 €1.099 €
AC-Säule, 0,55 €/kWh18 × 1,10 × 0,5510,89 €1.634 €
HPC, 0,69 €/kWh18 × 1,05 × 0,6913,04 €1.956 €
Benziner, 1,75 €/l7 × 1,7512,25 €1.838 €
Diesel, 1,65 €/l5,5 × 1,659,08 €1.361 €

Realistisch ist eine Mischung: Wer 80 Prozent zu Hause lädt und 20 Prozent am Schnelllader, kommt bei 15.000 km auf rund 1.270 € Stromkosten im Jahr, also etwa 570 € weniger als mit dem Benziner. Ohne eigene Lademöglichkeit, nur mit öffentlichen Säulen, verschwindet der Vorteil gegenüber dem Benziner weitgehend.