Fahrtkosten mit Route berechnen
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Die Kosten werden im Browser berechnet. Für die Route werden nur Adressen bzw. Koordinaten an den Routendienst übertragen.
Mit einer geplanten Route kennst du die Kilometer nicht ungefähr, sondern auf wenige hundert Meter genau. Aus Strecke, Verbrauch und Spritpreis entstehen die Spritkosten, dazu kommen Maut, Vignette, Fähre und Parken. Auf Urlaubsfahrten ins Ausland machen diese Nebenkosten oft ein Drittel der Gesamtkosten aus.
Fahrtkosten = km ÷ 100 × Verbrauch × Preis + Maut + Vignette + Fähre + Parken
Start, Ziel und Zwischenziele eingeben
Die Route entsteht aus mindestens zwei Punkten. Eine Hausnummer verbessert das Ergebnis vor allem in Städten, weil eine reine Ortsangabe meist auf das Ortszentrum oder das Rathaus zeigt. In Berlin oder Hamburg macht das schnell 10 bis 15 km Unterschied. Bei Orten mit gleichem Namen, etwa Neustadt (in Deutschland über 30-mal vorhanden) oder Altenkirchen, gehört die Postleitzahl dazu.
- Startadresse mit Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort eintragen.
- Ziel genauso vollständig eingeben. Bei Hotels, Ferienhäusern oder Firmen die Postanschrift verwenden, nicht den Namen.
- Zwischenziele in der Reihenfolge ergänzen, in der du sie anfährst: Mitfahrer abholen, Tankstopp an einer günstigen Tankstelle, Halt bei Verwandten.
- Hin- und Rückfahrt wählen, wenn du denselben Weg zurückfährst. Kilometer und Streckenmaut verdoppeln sich, die Vignette nicht.
- Ergebnis prüfen: Stimmt die Strecke grob mit deiner Erwartung überein? Ein Wert, der um 30 Prozent abweicht, deutet fast immer auf einen falsch erkannten Ort hin.
Jedes Zwischenziel verlängert die Strecke um den Umweg zum Halt und zurück auf die Hauptroute. Ein Abholpunkt fünf Kilometer abseits der Autobahn kostet also eher zehn Kilometer mehr, dazu Zeit für Abfahrt, Ortsdurchfahrt und Auffahrt. Bei mehreren Abholpunkten lohnt es sich, die Reihenfolge zu tauschen und beide Varianten zu vergleichen. Ferienziele ohne Adresse, etwa ein Campingplatz an einem Feldweg, gibst du als Koordinaten ein, zum Beispiel 47.2692, 11.4041.
Beispiel: München nach Verona und zurück
Die Strecke über Innsbruck und den Brenner ist rund 430 km lang und führt durch drei Mautsysteme: keine Pkw-Maut in Deutschland, Vignette plus Sondermaut in Österreich, Streckenmaut in Italien. Gerechnet wird mit einem Benziner mit 7 l/100 km bei 1,75 €/l und vier Personen im Auto. Die Mautbeträge sind gerundete Richtwerte, die Betreiber passen sie meist zum Jahreswechsel an.
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Sprit hin und zurück | 860 km ÷ 100 × 7 l × 1,75 € | 105,35 € |
| Vignette Österreich | 10-Tages-Vignette, einmal | ca. 13 € |
| Brennerautobahn A 13 | Streckenmaut, zweimal | ca. 24 € |
| Autostrada A 22 | Brenner bis Verona, zweimal | ca. 46 € |
| Summe | ca. 188 € | |
| pro Person bei 4 Personen | 188 € ÷ 4 | ca. 47 € |
Die Maut macht in diesem Beispiel 44 Prozent der Kosten aus. Wer nur mit Sprit rechnet, unterschätzt die Fahrt um mehr als 80 €. Mit Diesel bei 6 l/100 km und 1,65 €/l sinken die Spritkosten auf 85 €, an der Maut ändert sich nichts.
Autobahn und Mautstraßen meiden
Die schnellste Route ist selten die kürzeste. Auf der Autobahn fährst du oft 10 bis 20 Prozent mehr Kilometer, kommst aber durch das gleichmäßige Tempo bis etwa 120 km/h mit weniger Sprit pro 100 km aus als im Stop-and-go auf Landstraßen. Ob sich das Meiden lohnt, hängt vom Land ab: In Deutschland zahlt ein Pkw keine Autobahnmaut, in Frankreich und Italien kostet eine lange Autobahnstrecke schnell 50 € und mehr pro Richtung.
| Einstellung | Was sich ändert | Sinnvoll, wenn |
|---|---|---|
| Schnellste Route | Autobahn bevorzugt, Strecke länger | Fahrzeit zählt mehr als Kilometer |
| Kürzeste Route | weniger km, mehr Ortsdurchfahrten | Strecken bis etwa 50 km im ländlichen Raum |
| Autobahn meiden | Bundes- und Landstraßen, deutlich längere Fahrzeit | Anhänger, Oldtimer, landschaftliche Strecke |
| Mautstraßen meiden | Umgehung von Péage, Autostrada, Maut-Tunneln | Maut ist teurer als Mehrverbrauch plus Zeit |
| Vignettenpflicht meiden | keine Autobahn in AT, CH, SI, CZ | nur kurzer Transit durch das Land |
Ob sich eine mautfreie Route lohnt, prüfst du mit einer einfachen Gegenrechnung. Die Ersparnis ist die Maut, die Mehrkosten sind die zusätzlichen Kilometer mal Spritkosten pro Kilometer. Bei 7 l/100 km und 1,75 €/l kostet jeder Kilometer gut 12 Cent.
lohnt sich, wenn Maut > Umweg in km × Verbrauch ÷ 100 × Preis
Beispiel Frankreich: Die Péage von Straßburg nach Lyon kostet rund 40 €. Die Route über Nationalstraßen ist etwa 60 km länger, das sind rund 7 € Sprit, aber auch 2 bis 3 Stunden mehr Fahrzeit durch Ortschaften und Kreisverkehre. Für eine Familie im Urlaub kann das trotzdem aufgehen, für eine Dienstreise mit Stundensatz meist nicht.
Maut und Vignette auf der Strecke
Maut wird in Europa nach zwei Prinzipien erhoben. Bei der Vignette zahlst du einen festen Betrag für einen Zeitraum, egal wie weit du fährst. Bei der Streckenmaut richtet sich der Preis nach den gefahrenen Kilometern und der Fahrzeugklasse. Einige Tunnel, Brücken und Passstraßen kosten zusätzlich, auch wenn du bereits eine Vignette hast.
| Land | System | Kosten Pkw, Richtwert | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Deutschland | keine Pkw-Maut | 0 € | Lkw-Maut gilt nur ab 3,5 t |
| Österreich | Vignette | 1 Tag ca. 9 €, 10 Tage ca. 13 €, Jahr ca. 105 € | Sondermaut auf A 9, A 10, A 11, A 13, S 16 |
| Schweiz | Jahresvignette | 40 CHF | nur Kalenderjahr, keine Kurzzeitvignette |
| Tschechien | E-Vignette | 10 Tage ca. 11 € | Elektroautos befreit |
| Slowenien | E-Vignette | 7 Tage ca. 16 € | Karawankentunnel extra |
| Frankreich | Streckenmaut | ca. 8–12 Cent je km | teils kamerabasiert ohne Mautstelle |
| Italien | Streckenmaut | ca. 7–9 Cent je km | Ticket bei Einfahrt, Zahlung bei Ausfahrt |
Die digitale Vignette für Österreich gilt bei Kauf als Verbraucher im Online-Shop erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf, wegen des gesetzlichen Rücktrittsrechts. Wer kurzfristig fährt, kauft an einer Tankstelle vor der Grenze, beim ADAC oder in der App des Autobahnbetreibers mit sofortiger Gültigkeit. Ohne gültige Vignette werden 120 € Ersatzmaut fällig.
Für die Kostenrechnung zählt die Vignette einmal, solange Hin- und Rückfahrt im Gültigkeitszeitraum liegen. Eine 10-Tages-Vignette passt für einen Wochenurlaub, bei 14 Tagen brauchst du zwei oder eine Zwei-Monats-Vignette. Streckenmaut fällt dagegen in jede Richtung neu an.
Neben der Maut verlangen einige Städte eine eigene Gebühr oder Plakette. In Deutschland brauchst du für die Umweltzonen, etwa in Berlin, Stuttgart oder München, eine grüne Plakette, die einmalig 5 bis 10 € kostet. Ausland:
- Frankreich: Crit'Air-Plakette für Umweltzonen in Paris, Lyon, Grenoble und weiteren Städten, rund 4 € online.
- Italien: Zufahrtsbeschränkte Altstädte (ZTL) mit Kameraüberwachung, Bußgelder kommen oft Monate später per Post.
- Mailand: Area C, Tagesgebühr für die Innenstadt.
- London: Congestion Charge und ULEZ, zusammen über 20 £ pro Tag.
- Oslo, Bergen, Stockholm: automatische City-Maut per Kennzeichenerfassung.
Fähre und Parken am Ziel
Fähren rechnen pro Fahrzeug und zusätzlich pro Person ab, bei langen Strecken kommt eine Kabine hinzu. Die Kosten hängen stark von Saison, Uhrzeit und Buchungszeitpunkt ab. Eine kurze Querung wie Puttgarden–Rødby kostet für ein Auto mit Insassen etwa 60 bis 100 € pro Richtung, eine Nachtfähre nach Skandinavien oder Sardinien mit Kabine schnell 300 € und mehr. Die Fahrt auf dem Schiff verbraucht keinen Sprit, die Kilometer der Seestrecke fallen deshalb aus der Spritrechnung heraus.
- Fähre
- Preis je Richtung laut Buchung, Kilometer der Seestrecke nicht mitrechnen
- Parkhaus in der Stadt
- Tagestarif oft 15 bis 30 €, in Großstadtzentren mehr
- Flughafenparken
- eine Woche 50 bis 150 €, online vorab meist günstiger
- Hotelparkplatz
- häufig 10 bis 25 € pro Nacht, nicht im Zimmerpreis enthalten
- Park and Ride
- Parken am Stadtrand plus ÖPNV-Ticket, oft günstiger als Innenstadt
Parkkosten gehören in die Rechnung, wenn sie durch die Fahrt entstehen. Bei einer Städtereise über drei Nächte sind 60 bis 90 € Parken keine Seltenheit und damit oft mehr als der Sprit für die Anreise.
Strecke und Fahrzeit übernehmen
Nach der Routenberechnung stehen Kilometer und Fahrzeit fest. Die Kilometer fließen direkt in die Kostenformel ein. Die Fahrzeit ist reine Fahrzeit ohne Pausen, Tankstopps und Staus. Für lange Strecken planst du realistisch alle zwei Stunden 15 bis 20 Minuten Pause ein, in Ferienzeiten auf Hauptreiserouten zusätzlich 20 bis 30 Prozent Stauzeit.
Die Fahrzeit wird zum Kostenfaktor, wenn jemand für deine Zeit am Steuer zahlt, etwa bei einer Überführungsfahrt, einer Anfahrt zum Kunden oder einem Fahrdienst. Dann multiplizierst du die Stunden mit einem Stundensatz und addierst das Ergebnis zu den Spritkosten.
Für die Aufteilung unter Mitfahrern zählen alle Posten der Route, also Sprit, Maut, Vignette, Fähre und Parken. Ob der Fahrer mitzahlt, legt ihr vorher fest. Üblich ist, dass alle Insassen einschließlich Fahrer zu gleichen Teilen zahlen. Mitfahrer dürfen nur an den Kosten beteiligt werden. Verlangt der Fahrer mehr, gilt die Fahrt als gewerbliche Personenbeförderung, und die Kfz-Versicherung kann bei einem Unfall Regress nehmen.
Entfernung manuell anpassen
Die berechnete Route kennt weder deine Parkplatzsuche noch die Umleitung wegen einer Baustelle. Für eine Urlaubsfahrt reicht der Routenwert, für eine genaue Abrechnung mit Mitfahrern oder dem Arbeitgeber passt du die Kilometer an. Am zuverlässigsten ist der Tachostand vor und nach der Fahrt: Die Differenz ist die tatsächlich gefahrene Strecke. Tachos zeigen bauartbedingt eher etwas zu viel als zu wenig, die Abweichung liegt meist unter 2 Prozent.
| Zweck | Welche Kilometer zählen |
|---|---|
| Kosten teilen | tatsächlich gefahrene km, inklusive Abholumwege |
| Pendlerpauschale | kürzeste Straßenverbindung, nur einfache Strecke |
| Dienstreise | tatsächlich gefahrene km, ohne private Umwege |
| Anfahrt für Kunden | wie vertraglich vereinbart, meist hin und zurück |
Für die Pendlerpauschale gilt die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, nicht die tatsächlich gefahrene Strecke. Eine längere Route erkennt das Finanzamt nur an, wenn sie offensichtlich verkehrsgünstiger ist und du sie regelmäßig fährst, zum Beispiel weil sie eine staugefährdete Ortsdurchfahrt umgeht. Der Bundesfinanzhof verlangt dafür eine spürbare Zeitersparnis, ein paar Minuten reichen in der Regel nicht. Bei Dienstreisen darfst du dagegen die tatsächlich gefahrenen Kilometer ansetzen, belegt durch Fahrtenbuch oder Reiseabrechnung.
Route konnte nicht berechnet werden
Wenn keine Route erscheint, liegt das fast immer an der Eingabe oder an einer Verbindung, die es auf der Straße nicht gibt. Die häufigsten Ursachen und was du dagegen tust:
- Adresse nicht gefunden
- Schreibweise prüfen, Abkürzungen wie „Str.“ ausschreiben, Postleitzahl ergänzen, notfalls nur Straße und Ort ohne Hausnummer
- Ort mehrfach vorhanden
- Postleitzahl oder Landkreis eingeben, Vorschlagsliste nutzen
- Ziel auf einer Insel
- Route bis zum Fährhafen berechnen, Fähre separat einrechnen
- Mautstraßen ausgeschlossen
- Bei manchen Alpenquerungen gibt es keine mautfreie Alternative, Option ausschalten
- Pass im Winter gesperrt
- Hochalpine Pässe wie Großglockner oder Furka sind meist von November bis Mai zu, Route über Tunnel wählen
- Sehr viele Zwischenziele
- Route in Etappen aufteilen und die Teilstrecken addieren
Funktioniert die Routenberechnung gar nicht, etwa ohne Internetverbindung, trägst du die Strecke aus einem beliebigen Kartendienst oder vom Tacho direkt in das Kilometerfeld ein. Die Kostenberechnung selbst braucht keine Route, nur eine Zahl. Maut und Parken addierst du dann als Einzelbeträge.