Fahrtkostenrechner

Kosten pro Kilometer beim eigenen Auto

Sprit macht bei den meisten Autos nur ein Drittel bis die Hälfte der tatsächlichen Kosten aus. Der Rest entsteht, auch wenn das Auto steht: Wertverlust, Versicherung, Steuer, Stellplatz und Wartung nach Zeitplan. Wer diese Kosten auf die gefahrenen Kilometer umlegt, kennt den echten Preis einer Fahrt und kann ehrlich mit Bahn, Carsharing oder einem Zweitwagen vergleichen.

Kosten pro km = (Fixkosten pro Jahr + variable Kosten pro Jahr) ÷ km pro Jahr

Welche Kosten ein Auto verursacht

Die Kosten teilen sich in zwei Gruppen. Fixkosten fallen pro Jahr an, egal wie viel du fährst. Variable Kosten wachsen mit jedem Kilometer. Für die Rechnung sammelst du die Beträge eines Jahres, am besten aus Kontoauszügen, Versicherungsschein und Werkstattrechnungen. Fehlende Werte schätzt du mit den Spannen unten.

PostenArttypisch pro Jahr, Kompaktwagen
Wertverlustüberwiegend fix1.500–4.000 €
Finanzierungszinsenfix0–1.200 €
Kfz-Versicherungfix400–1.200 €
Kfz-Steuerfix0–300 €
Stellplatz oder Garagefix0–1.800 €
Hauptuntersuchung, Inspektionfix200–500 €
Sprit oder Stromvariabel800–2.000 €
Reifen, Bremsen, Verschleißteilevariabel200–600 €
Pflege, Parken, Pannenhilfegemischt150–600 €

Bar bezahlte Autos haben ebenfalls Zinskosten, nur unsichtbar: Das gebundene Geld bringt keine Zinsen auf dem Tagesgeldkonto. Bei 20.000 € Kaufpreis und 2,5 Prozent Zins sind das 500 € im Jahr. Für einen ehrlichen Vergleich mit Leasing oder Carsharing gehört dieser Betrag dazu.

Wertverlust nach Fahrzeugalter

Der Wertverlust ist bei neuen und jungen Autos der größte Einzelposten, größer als Sprit oder Versicherung. Ein Neuwagen verliert im ersten Jahr etwa ein Viertel seines Listenpreises, danach flacht die Kurve ab. Ab etwa acht Jahren bestimmen Zustand und Kilometerstand den Restwert stärker als das Alter.

Für deine Rechnung nimmst du den aktuellen Marktwert, etwa aus Gebrauchtwagenbörsen für vergleichbare Autos mit ähnlichem Kilometerstand, und schätzt den Wert in einem Jahr. Die Differenz ist dein Wertverlust für das laufende Jahr. Hohe Laufleistung beschleunigt den Verlust: 30.000 km im Jahr drücken den Restwert spürbar stärker als 10.000 km.

Wer ein drei- bis fünfjähriges Auto kauft und es lange fährt, umgeht die steilste Phase der Kurve. Bei einem 30.000-€-Neuwagen kostet das erste Jahr rund 7.000 €, das sechste Jahr oft unter 1.500 €.

FahrzeugalterVerlust im JahrRestwert
1. Jahr20–25 %75–80 %
2. Jahr10–13 %63–68 %
3. Jahr8–10 %54–59 %
5. Jahr6–8 %40–47 %
8. Jahr4–5 %25–32 %
Richtwerte bezogen auf den Neupreis, stark modellabhängig

Versicherung und Kfz-Steuer

Beide Posten sind feste Jahreskosten. Die Versicherung bestimmen vor allem Schadenfreiheitsklasse, Typklasse des Modells, Regionalklasse des Wohnorts, der Fahrerkreis und die angegebene Jahresfahrleistung. Eine Haftpflicht mit Teilkasko kostet für ein Mittelklasseauto bei guter SF-Klasse oft 400 bis 800 € im Jahr, Vollkasko für einen Neuwagen leicht das Doppelte. Wer statt 15.000 nur 9.000 km angibt, zahlt oft 5 bis 10 Prozent weniger. Wer mehr fährt als angegeben, muss die Differenz melden, sonst droht eine Vertragsstrafe.

Kfz-Steuer Benziner
2,00 € je angefangene 100 cm³ Hubraum plus CO₂-Anteil
Kfz-Steuer Diesel
9,50 € je angefangene 100 cm³ Hubraum plus CO₂-Anteil
CO₂-Anteil ab Erstzulassung 2021
gestaffelt 2,00 bis 4,00 € je g/km über 95 g/km
Erstzulassung vor Juli 2009
nur nach Hubraum und Schadstoffklasse, bei alten Dieseln ohne Partikelfilter deutlich teurer
Elektroauto
steuerfrei bei Erstzulassung bis Ende 2030, längstens bis 31.12.2035
Typklasse
jährlich neu festgelegt nach Schadenbilanz des Modells, kann die Prämie um 10 bis 20 % verschieben

Ein 1,5-Liter-Benziner mit 130 g CO₂/km kostet so 30 € für den Hubraum und rund 73 € für den CO₂-Anteil, zusammen gut 100 € im Jahr. Ein 2,0-Liter-Diesel mit gleichem Ausstoß liegt durch den höheren Hubraumsatz bei rund 265 €. Den genauen Betrag für dein Auto zeigt der Kfz-Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums.

Werkstatt, Reifen und Ölwechsel

Wartungskosten folgen zwei Takten: dem Kalender und dem Kilometerzähler. Inspektion und Hauptuntersuchung kommen nach Zeit, Reifen und Bremsen nach Laufleistung. Mit dem Alter steigen die Reparaturen, die in keinem Wartungsplan stehen.

Inspektion

250–500 €

alle 1–2 Jahre oder 15.000–30.000 km

Hauptuntersuchung

140–170 €

erstmals nach 3 Jahren, dann alle 2 Jahre

Reifensatz

400–800 €

hält 30.000–50.000 km

Bremsen vorn

250–450 €

Scheiben und Beläge, 50.000–80.000 km

Rechne für ein Auto zwischen 3 und 8 Jahren mit 600 bis 1.200 € Werkstattkosten pro Jahr, Reifen eingeschlossen. Bei älteren Autos kommen Zahnriemen, Kupplung, Auspuff oder Klimakompressor hinzu, die einzeln schnell 800 bis 1.500 € kosten. Eine freie Werkstatt verlangt meist 20 bis 40 Prozent weniger Stundenlohn als ein Vertragshändler. Die Herstellergarantie bleibt erhalten, wenn die Wartung nach Herstellervorgaben mit passenden Teilen erfolgt.

Jährliche Fahrleistung und Kilometerpreis

Die Fixkosten fallen in voller Höhe an, egal ob du 5.000 oder 30.000 km im Jahr fährst. Je mehr Kilometer, desto kleiner ihr Anteil pro Kilometer. Für die Tabelle gilt ein Kompaktwagen mit 2.000 € Wertverlust, 700 € Versicherung, 120 € Steuer und 600 € Werkstatt pro Jahr, also 3.420 € Fixkosten. Dazu kommen variabel 7 l/100 km bei 1,75 €/l und 2 Cent pro km für Reifen.

km pro JahrFixkosten je kmvariabel je kmVollkosten je kmpro Monat
5.0000,68 €0,14 €0,83 €344 €
10.0000,34 €0,14 €0,48 €404 €
15.0000,23 €0,14 €0,37 €463 €
20.0000,17 €0,14 €0,31 €523 €
30.0000,11 €0,14 €0,26 €641 €

Die Tabelle zeigt, warum die steuerliche Pauschale von 0,30 € je km für Vielfahrer auskömmlich ist und für Wenigfahrer nicht. Bei 5.000 km im Jahr kostet jeder Kilometer fast das Dreifache. Für den Vergleich mit Alternativen:

Verbrenner und E-Auto im Vergleich

Beim Elektroauto verschieben sich die Anteile. Energie und Wartung sind günstiger, die Kfz-Steuer entfällt. Der Wertverlust war in den letzten Jahren oft höher, weil Preissenkungen bei Neuwagen und schnelle Technikfortschritte die Gebrauchtpreise drückten. Bei der Versicherung liegen E-Autos meist gleichauf oder etwas darüber, weil Reparaturen an Batterie und Sensorik teuer sind.

PostenBenzinerElektroauto
Energie je 100 km7 l × 1,75 € = 12,25 €19,8 kWh × 0,37 € = 7,33 € zu Hause
Wartung pro JahrÖlwechsel, Zündkerzen, Zahnriemen, etwa 400–700 €kein Öl, Bremsen halten durch Rekuperation länger, etwa 250–450 €
Kfz-Steuernach Hubraum und CO₂befreit
Wertverlustgut kalkulierbarstärker schwankend, Batteriezustand entscheidet
Reifennormaler Verschleiß10–20 % schneller durch Gewicht und Drehmoment

Beim Gebrauchtkauf eines E-Autos ist ein Batteriezertifikat mit State of Health (SoH) die wichtigste Angabe für den Restwert. Unter etwa 80 Prozent SoH sinkt der Marktwert deutlich. Viele Hersteller garantieren 70 Prozent SoH für acht Jahre oder 160.000 km.

Verschleißsatz für den Fahrtkostenrechner

Wenn du Mitfahrern oder einem Auftraggeber mehr als nur den Sprit berechnen willst, ergänzt du einen Verschleißsatz pro Kilometer. Er enthält nur die Kosten, die tatsächlich durch die zusätzlichen Kilometer entstehen, nicht die Fixkosten. Versicherung und Steuer zahlst du ohnehin, die Fahrt macht sie nicht teurer.

  1. Reifenkosten durch ihre Laufleistung teilen: 600 € ÷ 40.000 km = 1,5 Cent je km.
  2. Kilometerabhängige Werkstattkosten schätzen, also Bremsen, Öl und Inspektion nach Laufleistung: meist 2 bis 4 Cent je km.
  3. Laufleistungsbedingten Wertverlust ansetzen: etwa 3 bis 6 Cent je km, bei jungen und teuren Autos mehr.
  4. Summe bilden und im Rechner als Verschleiß pro km eintragen.

Typische Verschleißsätze liegen zwischen 5 und 12 Cent pro Kilometer. Bei einer Fahrt über 600 km kommen so 30 bis 72 € zu den Spritkosten hinzu. Bei Mitfahrgelegenheiten ist ein Verschleißanteil zulässig, solange die Summe die tatsächlichen Kosten nicht übersteigt und der Fahrer keinen Gewinn erzielt. Als Orientierung für eine faire Obergrenze dient die Dienstreisepauschale von 0,30 € je km für das ganze Auto, nicht pro Person.